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Hedwig / Jadwiga
Hedwig von Andechs; Foto aus Alfred Läpple, Heiligenkalender 2002, Ludwig Verlag. (ls)
von Andechs
(eine deutsch-polnische Heilige)

 

Lebensgeschichte (1178/80-1243)
Hedwig
(polnisch: Jadwiga) war die Tochter von Graf Berthold IV. von Andechs-Meranien und stammte somit aus einem angesehenen und wohlhabenden bayerischen Adelsgeschlecht. Sie wurde im Jahr 1174 auf Schloss Andechs am Ammersee geboren. Schon als kleines Kind wurde sie den Benediktinerinnen des Klosters Kitzingen zur Erziehung übergeben. Mit zwölf Jahren verheiratete sie ihr Vater an den späteren schlesischen Herzog Heinrich I., dem Bärtigen. Diesem gelang es, nachdem er an die Macht gekommen war, seine Herrschaft auszubauen, u.a. durch Kolonisierung des Landes und Berufung von Siedlern aus dem Westen. Das Ehepaar hatte sieben Kinder. Als ihr Mann 1238 starb und drei Jahre später ihr ältester Sohn Heinrich II. im Kampf gegen die Tartaren fiel, zog sie sich ganz auf ein geistliches Leben zurück. Im Norden von Breslau gründet sie das berühmte Zisterzienserinnenkloster Trebnitz, wo sie sich seit etwa 1220 ständig aufhielt. Hedwig stirbt dort knapp 70-jährig am 15. Oktober 1243. Dieser Tag wird als ihr Gedenktag gefeiert. Kurz vor ihrem Tod erlebte sie noch den Einfall der Mongolen und die blutige Schlacht auf der Wahlstatt bei Liegnitz, in der auch ihr Sohn, Herzog Heinrich der Fromme sein Leben lassen musste.

Heiligsprechung
Hedwig widmete sich während ihres ganzen Lebens dem Wohl ihres Volkes und der Vertiefung des christlichen Glaubens in der Bevölkerung. Sie stiftete zahlreiche Spitäler und Krankenpflege- Einrichtungen. Durch die Gründung des Zisterzienserinnenklosters in Trebnitz schuf sie den ersten Frauenkonvent in Schlesien. Für zahlreiche andere Orden ebnete sie den Weg, damit diese sich in Schlesien niederlassen konnten.
Schon kurz nach ihrem Tod (1243) muss die Verehrung Hedwigs eingesetzt haben. Bereits 1267 wurde sie von Papst Klemens IV. heiliggesprochen. Um 1300 entstand eine ausführliche Vita; nicht nur die späteren schlesischen Herzöge, sondern auch Kaiser Karl IV. wirkten an der Verbreitung des Kultes mit, der bis nach Italien und Süddeutschland drang. Nach einer Phase der Vergessenheit wurde der Hedwigskult in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts vom Breslauer Kardinal Bertram wiederbelebt. Nach 1945 wurde Hedwig zur wichtigsten Patronin der vertriebenen deutschen katholischen Schlesier, aber auch der polnischen Bevölkerung Niederschlesiens.

Wort von Papst Johannes Paul II

  
"Die heilige Hedwig steht wie eine
  
Grenzgestalt, die zwei Nationen miteinander verbindet:
  die deutsche und die polnische Nation.

  Sie verbindet sie im Verlauf vieler Jahrhunderte einer Geschichte,
  die schwierig und schmerzhaft war."

Patronin der Brautleute und Heimatvertriebenen

Die heilige Hedwig ist Patronin der Brautleute und der Heimatvertriebenen und wird hoch verehrt. In Andechs, ihrem Geburtsort, werden im Kloster einige Reliquien der heiligen Hedwig aufbewahrt. Regelmäßig versammeln sich dort seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges ehemalige Heimatvertriebene aus Schlesien, um in der Andechser Klosterkirche ihrer Schutzheiligen und Trösterin zu gedenken.

Bildliche Darstellung
Die heilige Hedwig wird als schlesische Herzogin mit der Krone auf dem Haupt dargestellt. Häufig hält sie ein Klostermodell oder eine Marienfigur in Händen.

Hedwig von Andechs; Miniatur aus dem 'Schlackenwerther Codex' von 1353


August 2004