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Aulzhausen, 18.10.2000

An die Krankenkassen (AOK, BARMER, DAK, IKK, TKK, ... ) in
Augsburg + München

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie Sie den folgenden Informationen entnehmen können, ist „Ohrenschutz in Diskotheken“ (bzw. bei lauten Musik-Veranstaltungen) ein aktuelles Thema, das die Öffentlichkeit interessiert. Ich möchte Sie daher bitten, sich in dieser Sache zu engagieren (z.B. Ohropax-Automaten aufzustellen, kostenlosen Lärmschutz bei Musikveranstaltungen zu verteilen, etc.). Ich denke, Sie können hier mit geringem Aufwand Kosten sparen, aufklären, Gesundheits-Bewusstsein fördern und zu dem noch effektiv Werbung für Ihre Krankenkasse betreiben. (Sicher würden auch die Medien ein offenes Ohr für Ihr Engagement haben!)

Mit freundlichen Grüßen

 

Anhang: (zwei Leserbriefe)



 


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Jugend hört schlecht wegen zu lauter Musik
(Augsburger Allgemeine vom 18. September 2000, S.1)

Nürnberg (dpa). Beim Musikgenuss per Walkman riskieren nach Einschätzung von Experten mindestens zehn Prozent aller Teen­ager frühzeitige Hörschäden. Die Zahl könne sogar noch höher ausfallen, sagte der Dekan des Fachbereichs Allgemeinwissenschaft an der Fachhochschule Nürnberg,

Lehmann. Er fürchtet gravierende Hörverluste, die in der Regel irreparabel sind. ,,Wenn ein Kind Walk­man hört und ich als Nebenstehender die Musikgeräusche mitbekomme, ist der Lärmpegel im gefährlichen Bereich", sagte Lehmann.

 

 

Mit Ohrenschutz in die Disko
(Augsburger Allgemeine vom 23./24. September 2000, S.2)

Leserbrief zum Bericht „Jugend hört schlecht wegen zu lauter Musik“ (Seite1) vom 18. September:

Seit ein Bekannter sich bei einem Diskobesuch auf beiden Seiten einen Tinnitus (=dauerhaftes Ohrgeräusch) geholt hat, geh’ ich nicht mehr ohne Ohrenschutz (Ohropax) zu lauten Musik-Veranstaltungen. Unserer Gesundheitsministerin und einigen Krankenkassen habe ich schon vorgeschlagen, Ohropax-Automaten in Diskotheken aufzustellen. Leider stellten sie sich bei diesem Thema taub und zeigten kein Interesse an vorbeugenden Maßnahmen. Ich suche immer noch Interessierte, die ein Ohr dafür haben. Johannes Grabler, 86444 Aulzhausen



Dezibels als Schicksalsmacht
(Augsburger Allgemeine vom 4. Oktober 2000, S.2)

Zum Leserbrief „Mit Ohrenschutz in die Disko“ vom 23. September:

Endlich ein kreativer Beitrag zum Gehörschutz für Jugendliche: Die Krankenkassen sollten Automaten mit kostenlosem Ohropax in den Diskos aufstellen, um so den bundesweit zunehmenden und irreparablen Gehörschäden bei Jugendlichen vorzubeugen.
Eine noch preisgünstigere Lösung böte sich an: Die Arztkosten könnten vermieden werden, Polizeikontrollen wegen Klagens über Lärmbelästigung erübrigten sich, wenn, ... ja wenn die Dezibels nicht als unabänderliche Schicksalsmacht betrachtet würden.
Ilsetraud Köninger, D-86450 Altenmünster




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An Frau
Bundesministerin für Gesundheit
Andrea Fischer

53121 Bonn

Sehr geehrte Frau Gesundheitsministerin,

ich höre/lese oftmals in den Medien, dass die Deutschen zukünftig ein Volk von Schwerhörigen sein werden und dass sich ihr Ministerium bemüht, auf die Gefahren von Lärm und die sich daraus ergebenden gesundheitlichen, beruflichen, sozialen, finanziellen u.a. Folgen hinzuweisen. Auch die finanziellen Folgekosten für das Gesundheitswesen werden bekanntermaßen nicht gerade unerheblich sein.

Mein (Verbesserungs-)Vorschlag:
Ich gehe ziemlich oft in Discotheken und Musik-Kneipen. In den letzten Jahren ging mir die Musik-Lautstärke (techno-bedingt?) an die Schmerzgrenze und ich drücke mir jetzt immer Ohropax in meine Gehörgänge. Zu meiner Überraschung musste ich feststellen, dass man sich mit diesem Gehörschutz keineswegs isoliert, sondern dass man einen Gesprächspartner sogar besser versteht als vorher ohne Ohrschutz. Erstaunlicherweise sehe ich in letzter Zeit auch immer häufiger Discotheken-BesucherInnen, die ebenfalls einen Ohrschutz in den Ohren tragen. Ich glaube, das wird langsam salonfähig!

Ich würde deshalb vorschlagen, dass Discotheken- und Musik-Kneipen-BetreiberInnen u.a. dazu verpflichtet werden, zukünftig “unauffällige Lärmschutzmittel” kostenlos oder zum Selbstkostenpreis allen Besuchern anzubieten, wie dies auch an lärmbelasteten Arbeitsplätzen vorgeschrieben ist. Die Lokalitäten-BetreiberInnen sollten z.B. einen “Ohrschutz-Automaten” aufstellen müssen. Alternativ könnte man z.B. auch ein Fach im Disco-Zigarettenautomaten mit Lärmschutzmittel befüllen lassen. Auch würden wohl die Krankenkassen hier gerne als Sponsoren auftreten!?!!!

Steht ein solcher Automat in den Musik-Lokalitäten, dann wird es für die Jugendlichen einfach, an Ohrschutz zu kommen, der Gebrauch wird szenefähig, akzeptiert und gelernt. Eine aufklärerische Wirkung entsteht, die Nutz-Schamgrenze sinkt und daheim vergessener Ohrschutz ist in der Disco erhältlich. Auch Discotheken-BesitzerInnen profitieren, da auch Leute in die Disco gehen, denen es dort einfach zu laut ist, etc.

Unter “unauffälligen Lärmschutzmitteln” verstehe ich haut-farbene Ohrschutz-Stöpsel aus Wachs (diese werden zwar manchmal etwas schmierig in der warmen Disco-Luft) oder Schaumstoff, wie es sie schon auf dem Markt gibt! Ich denke, diese hässlich-auffälligen, gift-gelben Schaumstoff-Stöpsel würden wohl eher nicht akzeptiert werden. Hier müsste auch die Lärmschutzmittel-Industrie einen (für sie lukrativen) Beitrag leisten und haut-farbenen Ohrschutz anbieten. Spezieller (evtl. auch origineller) “Disco-Ohrschutz” wäre angesagt und würde die Nutz-Akzeptanz bestimmt zusätzlich erhöhen.

Ich bemerke, dass Akzeptanz von Ohrschutz in Musik-Lokalitäten bei den Jugendlichen/Erwachsenen immer größer wird. Viele haben ja auch schon einen Gehörschaden oder einen kleinen Mann (Tinnitus) im Ohr und schützen sich vielleicht auch deswegen vor dem extremen Lärm. Man sollte daher diese Verhaltensänderung, die auch durch die immer noch lauter werdende Musik für das Gehör überlebenswichtig wird, durch eine neue Verordnung unterstützen. Diese kleine Verordnung könnte vielen Menschen Gehörschäden und Ihnen bzw. den Krankenkassen Millionen von (Behandlungs-)Kosten ersparen. Außerdem könnte sie auch das Gesundheitsbewusstsein im Alltag fördern. Diese Ohrstöpsel werden ja evtl. auch im Alltag nochmals eingesetzt. So hätte diese Verordnung beiläufig auch einen gesundheits-erzieherischen Effekt für den Alltag!?

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie meine Anregung umsetzen könnten und ich Ihnen mit meinem Brief nicht auf die Ohren bzw. auf die Nerven gegangen wäre!


Mit freundlichen Grüßen
 



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Antwortschreiben vom 26. August 1999 Antwort vom
Bundesministerium für Gesundheit
53108 Bonn

Sehr geehrter Herr Grabler,

ich bedanke mich für Ihr an Frau Bundesgesundheitsministerin Fischer gerichtetes Schreiben vom 16. August 1999. Nach den hier vorliegenden Erkenntnissen über den üblicherweise in Diskotheken und während Musikveranstaltungen auf die Besucher und Beschäftigten einwirkenden Schalldruckpegel kann ich nur bestätigen, dass die Verwendung eines Gehörschutzes eine sehr sinnvolle Selbstschutzmaßnahme im Interesse der eigenen Gesundheit darstellt.

Ich sehe allerdings keine Möglichkeit, eine solche Praxis auf dem Verordnungswege vorzuschreiben, da hiermit zum einen in die Persönlichkeitsrechte des einzelnen eingegriffen würde und zum anderen die Überwachung einer solchen Vorschrift kaum realisierbar wäre. Wesentlich wirksamer erscheint es, einen Schalldruckhöchstwert festzusetzen, der dem Schutz des Gehörs hinreichend Rechnung trägt.

Für eine Regelung auf Bundesebene besteht allerdings im geltenden Recht derzeit keine Grundlage. Dagegen sind die Landesregierungen ermächtigt, grundsätzliche Regelungen zu treffen, ebenso wie die vor Ort zuständigen Behörden Maßnahmen im Dienste des Gesundheitsschutzes ergreifen können. Offenbar wird aber in der Praxis von diesen Möglichkeiten wenig Gebrauch gemacht.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag

Anmerkung dazu:
Vielleicht habe ich mich in meinem Brief missverständlich ausgedrückt, aber es ist/war nie meine Absicht, Diskotheken-Besuchern/Besucherinnen das Tragen von Gehörschutz vorzuschreiben. Ich wollte nur anregen, die Aufstellung von Gehörschutz-Automaten vorzuschreiben bzw. zu unterstützen.




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Mein Tipp:
Empfehlenswert sind z.B. Ohropax Soft (10 Stück ca. 5 DM) o.a. Die elastischen, haut-farbenen PU-Schaum-Stöpsel kann man z.B. auch mit der Schere halbieren und man kann sie mit Wasser und Seife reinigen. Sie bieten laut Hersteller "Schutz vor 'Extrem-Lärm' (Disco, Maschinen)".

Interessant!!!
Alte Mälzerei - Zeitkultur: Allgemeine Geschäftsbedingungen bzw. Vertragsbedingungen des Regensburger UNI-Fasching 99 Veranstalters: Bei Musikveranstaltungen kann aufgrund der Lautstärke Gefahr von möglichen Hör- und Gesundheits-Schäden bestehen.
 
Link-Hinweise:
Tinnitus-Liga
Tinnitus-Hilfe e.V. in Essen



Über Anregungen, Feedback, etc. würde ich mich sehr freuen! Danke!

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April 2001

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