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Ein Tunnel durch die Schutzengel-Kirche -
Schutz(-Engel) für FußgängerInnen

 

Eichstätt, 20.02.1999

Sehr geehrter Herr Bischof Walter Mixa,
sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Arnulf Neumeyer,
sehr geehrte Damen und Herren, der @ Stadtverwaltung Eichstätt @,
sehr geehrter Herr Regens Willibald Harrer,
sehr geehrte Mitglieder der Marianischen Männerkongregation,
sehr geehrte Mitglieder des Fördervereins Schutzengelkirche,
sehr geehrte BürgerInnen von Eichstätt,
sehr geehrte redaktionelle MitarbeiterInnen des Eichstätter Kuriers (eM@il)
etc.

Letztens bin ich auf dem Gehweg von der Universität zur Schutzengelkirche gelaufen. An der engsten Stelle des Gehweges, an der dieser nur ca. 1 m breit ist, bin ich vom Spiegel eines Autos gestreift worden. Da hab' ich wohl Glück bzw. einen Schutzengel gehabt?!
Da ich nun kürzlich im Eichstätter Kurier (05. Feb. 1999, S.23) gelesen habe, dass die Schutzengel-Kirche in diesem Jahr "außen umfassend renoviert" wird, habe ich mir für diese problematische und gefährliche Engstelle der Ostenstraße eine Lösungsmöglichkeit überlegt.
Ich denke, wenn teuer bezahlte Verkehrsplaner der Stadt Eichstätt eine Seilbahn aufs Seidlkreuz vorschlagen, dann möchte ich hiermit mein Verkehrskonzept "kostenlos" vorstellen.
Ich würde vorschlagen, einen Durchgang durch die
Schutzengelkirche zu bauen, damit diese Engstelle für Fußgänger und Rollstuhlfahrer gefahrlos umgangen werden kann. Der Gang würde durch die "Abstellkammer" der Schutzengelkirche führen. Gleichzeitig würde ich den Verlauf der Ostenstraße dahingehend verändern, dass der Gehweg auf der Seite des Aula-Gebäudes um ca. 1 m verschmälert und auf der gegenüberliegenden Seite um ca. 1 m verbreitert wird.
Dadurch wird es zukünftig für Fußgänger und Rollstuhlfahrer möglich, den Weg von der Universität zur Schutzengelkirche gefahrlos zu bewältigen. Außerdem wird die Engstelle an der Schutzengelkirche entschärft, weil Autofahrer Fußgängern nicht mehr ausweichen müssen. Eine Art "Auto-Warte-Streifen" auf der Aula-Seite entsteht und die Autos müssen nicht mehr wie bisher den Gehweg auf der Aula-Seite als "Ausweich-Streifen" benutzen (siehe Bild 1). Dass dort der Gehweg jetzt sowieso schon ein "Ausweichstreifen ist, belegt das Bild 1 und die Kfz-Spurrillen im Gehweg.
Ich denke, dass gerade
im "katholischen Eichstätt" Kirche und Kommune eine besondere Verantwortung für VerkehrsteilnehmerInnen tragen sollten. Diese Engstelle ist jedenfalls gefährlich, menschenunwürdig und für Fußgänger, Rollstuhlfaher und Autofahrer problematisch. Die FußgängerInnen benutzen hier oftmals die Straße als Gehweg, Autofahrer müssen dort Fußgängern ausweichen, Autos kommen Fußgängern bedrohlich nahe usw. Eine Gefährdung ist offensichtlich, auch wenn man auf der Schutzengelkirchen-Seite ordnungsgemäß den Gehweg benutzt. Ich bin mir sicher, dass auf dem "Schuztengel-Kirchen-Gehweg" schon viele VerkehrsteilnehmerInnen bisher einen guten Schutzengel gehabt bzw. gebraucht haben.

Der Durchgang durch den Schutzengelkirchen-Seitenraum könnte vergleichbar der Passage durch die ehemalige Dominikaner-Kirche St. Peter (heutige Aula des Gabrieli-Gymnasiums) gestaltet werden und würde das Erscheinungsbild der Schutzengelkirche eher aufwerten als stören. Auch für die Kirche würde eine interessante Präsentationsmöglichkeit entstehen, indem man z.B. im Durchgang Schaukästen installiert und/oder z.B. in dem Seitenraum der Kirche eine "Ganzjahres-Krippe" aufbaut und sie im neuen Durchgang durch eine Glasscheibe den Passanten zur Ansicht bietet. Sicher würden sich hier interessante gestalterische Möglichkeiten ergeben, die architektonisch aufwerten und auch die Belange des Denkmalschutzes berücksichtigen. Allerdings darf es nicht sein, dass der "Schutz des Denkmales" vor den "Schutz der Menschen" tritt und/oder die (Schutzengel-)Kirche sich den Menschen "in den Weg" stellt.
Die dadurch erreichte Rollstuhl-Freundlichkeit würde auch gut zum Konzept des momentan beginnenden behindertengerechten Umbaus der Katholischen Universität passen und Rollstuhlfahrern die fahrt zur Seminar- und Universitätskirche ermöglichen bzw. erleichtern. Auch dies wäre "einladend und demonstrativ [...] Zeichen unseres katholischen Glaubens" (Mixa in ebd.).
In jedem Fall würde die Sicherheit der FußgängerInnen durch dieses Konzept erheblich erhöht, die Ostenstraße würde für RollstuhlfahrerInnen erreichbar bzw. befahrbar werden und die AutofahrerInnen würden diese Engstelle leichter und sicherer bewältigen können.

Vielleicht muss man sich mit diesem Plan erst langsam anfreunden. Wer sich aber Vorort die Sache einmal genauer anschaut, wird sehen, dass dieses Konzept taugt und "keine Seilbahn auf's Seidlkreuz" ist!
 

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Nadelöhr Ostenstraße - Schutzengelkirche in Eichstätt/Bayern

Video-Bild 1 vom Februar 1999:
Nadelöhr Ostenstraße - Schutzengelkirche in Eichstätt/Bayern (stadteinwärts vom Gasthaus "Trompete" betrachtet)

linke Straßenseite: Schutzengelkirche
rechte Straßenseite: Aula (UNI-Bibliothek)

Als Tunnel-Eingang wird das schon vorhandene große oder kleine Tor genutzt, wodurch keine baulichen Veränderungen nötig werden.

Nadelöhr Ostenstraße - Schutzengelkirche in Eichstätt/Bayern

Video-Bild 2 vom Februar 1999:
Nadelöhr Ostenstraße - Schutzengelkirche in Eichstätt/Bayern (stadtauswärts betrachtet)

linke Straßenseite: Aula u. Gasth. Trompete
rechte Straßenseite: Schutzengelkirche

Der "Tunnel" führt natürlich nicht durch den Kirchen-Hauptraum, sondern durch die nördliche Sakristei der Kirche.

(Sorry! Leider ist die Qualität der Bilder von der analogen Videokamera arg minder.)

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Grundriss der Schutzengelkirche
Grundriss der Schutzengelkirche
Beschreibung: Die Schutzengelkirche (Jesuitenkirche) ist eine einschiffige Barockanlage mit Seitenkapelle und Langhaus.
Zu beiden Seiten des Chores sind doppelgeschossige Sakristeiräume. Der Turm liegt an der Südseite der südlichen Sakristei.

Den Durchgang durch die nördliche Sakristei (rot eingezeichnet, ca. 2 m breit) könnte man mit einer Stahl-Glas-Konstruktion von der restlichen Sakristei abtrennen. Auch eine Art "offene Sakristei" z.B. als offen zugängliche Grotte bzw. Kapelle wäre denkbar.

Ich würde mich freuen, wenn mein Konzept Beachtung finden würde und es nicht weiterhin heißen muss:

"Sicherer geht ein Kamel durch ein Nadelöhr als ein Fußgänger / Rollstuhlfahrer
in die Schutzengelkirche
bzw. in die Eichstätter Innenstadt"


Jedes Jahr beleuchtet die "Woche für das Leben" - eine gemeinsame Initiative der evangelischen und katholischen Kirche Deutschlands - einen Bereich, in dem sich der Respekt vor dem Leben und das Bemühen um seinen Schutz in besonderer Weise bewähren müssen. Die Woche für das Leben steht 1999 unter dem Motto: "Gottes Erde zum Wohnen gemacht - unsere Verantwortung für die Schöpfung".

    "Zum Wesen christlicher Nächstenliebe gehört es, vorausschauend zu denken und das Wohl des anderen mit im Blick zu haben. Dies gilt wortwörtlich im Straßenverkehr" (S.2).
    "Daß Verkehrssicherheit auch eine Aufgabe der Kirchen ist, gilt heute als unstrittig. Sie ist Teil des umfassenden Engagements der christlichen Kirchen für die Bewahrung der Schöpfung" (S.5).
    Aus: Evangelisch-Katholische Arbeitsgemeinschaft für Verkehrssicherheit/ Bruderhilfe-Akademie für Verkehrssicherheit (Hrsg.): Dem Leben zuliebe - Kirche und Verkehr. Informationen, Initiativen, Partner, Programme. Kassel, 1995.

Für ein konstruktives Feedback bin ich jederzeit sehr dankbar!

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Mai 2001