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    Johannes Grabler sind die schlechten Graffiti ein Dorn im Auge
    Lehramtsstudent bittet um die Erlaubnis, die Schmierereien am Hofgarten entfernen zu dürfen
    (Eichstätter Kurier vom 11./12. Juli 1998, S.25)

Eichstätt (brp) [= Barbara Reichmeier]
Tagtäglich radelt Johannes Grabler an der Südmauer des Hofgartens vorbei. Dies ist für den Lehramtsstudenten der kürzeste und angenehmste Weg von der
Uni in die Stadt. Doch die letzten Monate mußte er sich beim Vorbeifahren über die "wirklich schlechten Graffiti" ärgern, die Unbekannte in den Wintermonaten in und um den Hofgarten angebracht hatten. Auch seine Freunde, so erzählt der künftige Lehramtsanwärter, hätten über die Sprüche gelästert - einer lautet übrigens sinnigerweise "Putzen bitte".
Das erste Staatsexamen ist vorbei, und Johannes Grabler will nun der Aufforderung des unbekannten Sprayers nachkommen: Probiert hat er es schon mit einer Stahlbürste. "An Stellen, wo die Farbe nicht so dich aufgetragen wurde, geht sie mit der Stahlbürste wunderbar weg", erzählt Grabler. Und weil er momentan Zeit hat, bot er in einen Brief an die Stadtverwaltung seine Hilfe an, und bat um Erlaubnis, die Schmierereien an der Südmauer des Hofgartens ohne Entgelt entfernen zu dürfen.
"Wenn nötig beziehungsweise, falls erwünscht, würde ich die Mauer auch gerne neu streichen", schrieb er an Oberbürgermeister Arnulf Neumeyer und den Stadtrat. 

Grabler weiter: "Vielleicht finden sich auch Sponsoren oder vielleicht beteiligt sich die Werbegemeinschaft an den Farbkosten." Ein paar Helfer, die sich an der Mauer-Aktion beteiligen würden, hat er schon unter seinen Mitstudenten gefunden. Allerdings ist ihm auch ein Problem an der Sache bewußt: "Wenn man die Mauer streicht, ist sie vielleicht innerhalb kürzester Zeit wieder verschmiert", mutmaßt er. Aber: "Mir gefällt der Hofgarten echt gut. Er ist ein richtiges Kleinod in Eichstätt. Der Garten ist so schön gepflegt - nur an der Mauer wird überhaupt nichts gemacht." Grabler lehnt Graffiti nicht grundsätzlich ab: "Beton-Bauten und Betonmauern werten Graffiti sicher auf." An der Südmauer findet er sie allerdings schlecht.
Mittlerweile erhielt Grabler Post von der Stadt: Sie bedankte sich für sein Angebot, wolle aber selbst in den kommenden Wochen Abhilfe schaffen. "Eine Beseitigung dieser Schmierereien ist bislang noch nicht erfolgt, da die Stadt Eichstätt zunächst versucht hat, ein Spezialmittel zu finden", schrieb Oberbürgermeister Arnulf Neumeyer. Grablers Angebot steht weiterhin.

 
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Hofgarten-Mauer
Die Mauer wurde nach dem Erscheinen des Artikels
umgehend gesäubert und neu gestrichen.
Mein Tipp:
Viele Graffitis lassen sich mit der Drahtbürste vom Mauerwerk relativ schnell und billig entfernen. Ein Heißluftföhn, ein kleiner Gasbrenner oder Nitro-Verdünner könnten je nach Oberfläche auch nützlich sein. Nach der Beweißsicherung sollte die Schmiererei schnell entfernt werden, da sonst schnell weitere folgen.

 

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April 2001