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Elefantenbuckel
(Leserbrief im Eichstätter Kurier vom 6./7. Juni 1998, S.24)
Zum Bericht "Viechereien aus Stein"
(Eichstätter Kurier vom 3. Juni 1998)
Bisher fand ich "Viechereien aus Stein" in der Eichstätter Innenstadt tierisch gut. Seit dem ich aber letztens in da früh um 4 Uhr ein Lokal verließ und mir dieser Volksbank-Elefant begegnete, hat sich meine Einstellung zu diesen Tierchen gewaltig verändert! Aus sportlichem Elan (ma hot ja schließlich Schport gschtudiert) hab i Anlauf gnomma und bin über den Elefanten ghupft. Wiea i da grad so drüberhupf, macht der Sauhund (Elefant) an Buckl, i bleib dran hänga und fall scho glei dermaßen bled auf's Maul, dass i beinah im Krankenhaus glandet wär!
Mir haben in Eichstätt auch noch weitere so gefährliche "viereckade Viecher" vor der Schutzengelkirche.
Hockt ma sich da drauf, dann kriagt ma a uferlos gnadenlose Blasenentzündung oder an Ischias und wenn ma drüberhupft dann haut's oan ganz gwiss mit'm Hirn auf so a spitzige Kanten von so einem Steinsarg-Viech. Da ist es auch kein Vorteil, daß ma diese Steinb(l)ock-Tiere nicht "verrück(t)en" kann. Die san a statische Gefahr! Daher muß ich eindringlich alle vor diesen "Viechereien" warnen, und wenn jetzt dann no Hühner, Schweine, Schafe und sogor no Schlangen kommen sollen, dann ist die Gefahr unkontrollierbar!!! 
Also liabe Leit, Finger weg vor solchen Viechereien.
Johannes Grabler

Stein-Elefant der Volksbank Eichstätt

Anmerkung:
Um alle Irrtümer auszuschließen. Ich finde Steintiere in der Stadt super. Besonders die Kinder haben eine helle Freude daran! Federwipp-Tiere wie in Ingolstadt sind auch nicht schlecht.
Die Steinb(l)öcke vor der Schutzengelkirche sind allerdings völlig unnütz und als Sitzgelegenheit völlig ungeeignet. Manchmal frägt man sich schon: "Werden nun Plätze für die Menschen oder um des Platzes bzw. um des Ansehens wegen gestaltet? Was nützt z.B. ein orginal hergestellter Residenzplatz, wenn sich kein Mensch darauf blicken lässt?" Mit dem Leonrodplatz ist es genauso.

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Leserbrief an den Eichstätter Kurier zum Artikel:
"Nach OB-Kritik: WGE erklärt Weihnachts-Markt-Engagement für beendet"
(Eichstätter Kurier vom 14./15. November, S.23)

Jetzt bin ich ja aber durch diesen Artikel schon arg verunsichert worden. Fällt denn jetzt zukünftig Weihnachten ganz aus? War vielleicht des Ostergeschäft für die Werbegemeinschaft Eichstätt (WGE) schon so glorreich, dass der WGE das Weihnachts-Geschäft einfach Wurscht ist? Es könnte auch sein, dass die EichstätterInnen schon so viel Bonus-Punkte gesammelt haben, dass sie beim Weihnachts-Einkaufen gar nie nicht mehr bezahlen wollen!? Oder vielleicht hat ja die Werbegemeinschaft nach der Bürgermeister-Kritik jeden Glauben an das Christkind verloren!? Am schönsten wär's halt für die WGE schon, wenn die Stadt allein den Weihnachtsmarkt organisieren würde und die WGE dabei gleichzeitig ihren Umsatz uferlos steigern könnte. Ein bisschen darf man ja noch an das Christkind glauben, oder?
Irgendwie hab ich ja schon arg Angst bekommen. Wenn des mit der Weihnachtsmarkt-Streiterei so weitergeht, dann gibt's vielleicht noch eine "ölkrisenhafte" Glühwein-Krise in Eichstätt! Oh mei! Da wird's nach dera bisherigen Dauer-Regen-Periode an Weihnachten aber ziemlich trocken werden!? Allerdings soll's auf Mallorca am Ballermann den Glühwein (oder sowas) trotzdem immer noch in Kübeln geben?! Komisch!!!
Ich würde für einen ganz neuen, "Karitativen Weihnachtsmarkt" plädieren, bei dem nur noch Bedürftige was verdienen und nur gemeinnützige Stände zugelassen werden! Ich wäre auch gerne bereit, einen solchen "christlich-sozial-karitativen Markt" zu organisieren.
Eines möcht' i aber jetzt doch noch sagn! Bevor jemand Weihnachten ausfallen lassen möchte und den beleidigten Lebkuchen spielt, sollte er lieber den Nikolaus und besonders den Krampus abschaffen, denn bei dem hab' ich jedesmal a sau-mulmigs Gfühl!

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An die

Stadtverwaltung von Eichstätt
Herrn Oberbürgermeister
Arnulf Neumeyer
85072 Eichstätt

Eichstätt, 20.11.1998

Sehr geehrter Herr Neumeyer,

im Eichstätter Kurier las ich, dass Sie "alle Bürgerinnen und Bürger sowie Organisationen [bitten], Vorschläge für den künftigen Weihnachtsmarkt zu machen" (Eichstätter Kurier vom 13. Nov. 1998, S.?: "WGE-Weihnachtsmarkt im Ausschuss kritisiert").

Ich muss gestehen, ich bin begeistert von Ihrer Absicht, die Eichstätter BürgerInnen und deren Ideen hier einzubeziehen. Ich denke, dies sollten PolitikerInnen, nicht nur KommunalpolitikerInnen, viel öfters tun und somit das Ideenpotential der BürgerInnen nutzen (evtl. auch mit Hilfe einer Art Prämien-Anreiz, wie es z.B. in der Industrie üblich ist).
Dadurch könnten so manche Konfrontationen, Streitereien und Volksbegehren vermieden werden. Schließlich sollen (Kommunal-)Politiker ja die Interessen der Bevölkerung vertreten. Dies setzt ja immer voraus, dass die PolitikerInnen die Interessen der BürgerInnen kennen bzw. sich dafür interessieren.
Ich finde es daher gut, dass Sie durch den, hoffentlich ernst gemeinten, Aufruf die BürgerInnen Eichstätts mit einbeziehen wollen.
Ihre Kritik am bisherigen Weihnachtsmarkt finde ich zum Teil berechtigt. Für den Domplatz würde ich auch plädieren und die Idee, die Johanniskirche mit einzubeziehen, bietet wirklich variantenreiche Möglichkeiten und ist eine gute Idee.
 

Hier nun meine (Verbesserungs-)Vorschläge:

  1. Auf einen Weihnachtsmarkt gehört eine gescheite Krippe (besonders im christlichen Eichstätt bzw. Bayern).
    Auf dem größten Weihnachtsmarkt Deutschlands in Nürnberg ist die Krippe ja echt lächerlich winzig und steht irgendwo versteckt im Eck, als müsste man sich der Ursprünge von Weihnachten schämen. Vielleicht ist's auch wegen dem teuren Vieranten-Platz, den eine große Krippe "verschwenden" würde!?
    Ich denke, es muss eine Krippe mit lebensgroßen Figuren, evtl. zeitweise auch lebenden Figuren (Menschen, Tieren) her. Auch ein "Hirten-Lagerfeuer" zum Aufwärmen (mit Hirten-Kindern?) könnte man einrichten. Besonders Schafe, wie z.B. "Das Eichstätter Lamm", gehören zu einer Krippe dazu. In Ulm und andernorts hab' ich so etwas schon mal gesehen - war echt stark - besonders für die Kids!
     
  2. Ich würde alle kommerziellen, "unweihnachtlichen" Fieranten abschaffen. Klar, für Essen und Trinken muss gesorgt sein. Ich würde aber Fieranten/Organisationen bevorzugen, die gemeinnützige Interessen vertreten.
    Den Glühwein können Amnesty International, die Welt-Brücke, der Malteser Hilfsdienst o.a genauso gut verkaufen, wie andere, auf Gewinn ausgelegte und jetzt verärgerte Fieranten.
    Ich würde besonders die lukrativen Geschäfte, wie Glühwein-Verkauf, Bratwurst-Verkauf usw. an karitative Organisationen/Verbände vergeben.
    Übrigens kaufe ich auf einem Weihnachtsmarkt viel lieber ein, wenn ich weiß, dass das Geld für einen guten Zweck ist. Da sitzt mir das Geld viel lockerer. Es ist doch schließlich Weihnachten!
     

Fieranten-Beispiele:
Viele Behinderten-Werkstätten/Einrichtungen sind froh, wenn Sie Ihre erzeugten Produkte irgendwie verkaufen können. So könnten sie z.B. einen Basar auf dem Weihnachtsmarkt gestalten. Auch für die Behinderten kann es eine Bestätigung Ihrer Arbeit bedeuten, für einen Weihnachtsmarkt produzieren zu dürfen. Außerdem können diese und andere Einrichtungen ihre Arbeit und ihre Institution präsentieren.
Auch Basare, die oft in den Schulen stattfinden können projektorientiert auf den Weihnachtsmarkt verlagert werden. Ich würde allen, die einen gemeinnützigen Basar auf dem Eichstätter Weihnachtsmarkt durchführen wollen, einen (kostenlosen) Platz anbieten.
Auch allen, die ein Benefiz-Konzert (z.B. in der Johanniskirche) veranstalten möchten, könnte hier eine (warme) Möglichkeit gegeben werden.

Gleich neben dem Eichstätter Kurier Artikel "WGE-Weihnachtsmarkt im Ausschuss kritisiert" vom 13. Nov. 1998 steht der Artikel "Stadt will Beziehungen zu Litauen mittragen". Also, wenn diese Artikelnähe kein Fingerzeig ist!? Die Stadt Eichstätt sollte Leute aus Litauen (Kaunas), Italien und anderen Ländern zu denen Partnerschaften oder Beziehungen bestehen einladen, einen Stand zu übernehmen/gestalten. Daneben haben Eichstätt, umliegende Gemeinden, Kirchengemeinden, Universität, Schulen, Klöster, etc. ja noch viel mehr Partnerschaften, Freundschaften zu ausländischen Städten, Musikgruppen, Menschen, Freunden. Eine solche Einladung nach Eichstätt von ausländischen Menschen auf den Eichstätter Weihnachtsmarkt kann ihnen finanziell helfen, wenn sie Not leiden oder z.B. für ein Krankenhaus in Rumänien Medikamente besorgen wollen und/oder es vertieft die freundschaftlich-partnerschaftlichen Beziehungen. Das ist doch auch Weihnachten!?
Diese Partnerschaften kann man an Weihnachten wunderbar vertiefen und damit einen Weihnachtsmarkt ungemein bereichern. Ich kenne einen Weihnachtsmarkt, da bieten ausländische Gäste (aus Partnerstädten) ihre nicht nur kulinarischen Spezialitäten feil.
Zu denken ist hier auch an die Partnerschaft der Diözese Eichstätt mit Puna (Indien) (Zugegeben: Das ist wahrscheinlich wohl doch ein bisschen zu weit weg, aber vielleicht ist gerade Besuch da, der Musik spielen kann!?).
Die Malteser haben auch gute Kontakte nach Bukarest (Rumänien) und organisieren Hilfs-Transporte dort hin. Die Klöster haben Kontakte in alle Welt usw. usw.
Das Referat Weltkirche hat Kontakte in alle Welt und kennt Leute, die die kulinarische und musikalische Abwechslung auf den Eichstätter Weihnachtsmarkt bringen können.
Auch an den "Welt-Brücke" Laden sollte man nicht vergessen.
Aus dem Eichstätter Weihnachtsmarkt soll ja aber jetzt kein "Dritte-Welt-Markt" oder ein "Ausländer-Markt" werden, an dem man sich fremd vorkommt. In unserem Landkreis Eichstätt gibt's ja auch genügend einheimische, gemeinnützige Organisationen und Initiativen.

Also, ich würde in Eichstätt zukünftig einen rein karitativen Weihnachtsmarkt veranstalten. In Aichach (Landkreis Aichach-Friedberg) gibt's so etwas schon seit einiger Zeit. Ich habe dort auch schon eine Ansprech-Partnerin gefunden (siehe eMail; Man muss so das Pferd nicht wieder vorne aufzäumen!).
Kommerzielle Weihnachtsmärkte gibt's doch überall. Und wenn ich auf einen solchen gehen will, dann fahre ich nach Ingolstadt oder Nürnberg und ganz bestimmt nicht nach Eichstätt (außer ich will nur einen Glühwein trinken)! Wenn ich aber mal einen etwas anderen, "karitativen" Weihnachtsmarkt erleben möchte, dann kann ich vielleicht zukünftig nach Eichstätt fahren!?
Ich will damit sagen, Eichstätt sollte sich eine Nische in puncto Weihnachtsmärkte suchen, der auch zu dieser Stadt passt. Dies ist in Eichstätt eindeutig auf "christlich-sozial-karitativer" Seite möglich, realisierbar und konsensfähig.

Also wenn sich die Stadt Eichstätt für einen zukünftig "karitativen Weihnachtsmarkt" entscheidet, dann würde ich den (mit-)organisieren. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass die Kirche(n), die kirchlichen (ev./kath.) und sozialen Organisationen/Verbände, die Diözese und besonders unser HwH Bischof Mixa einen solchen Weihnachtsmarkt, ideell und personell unterstützen würden. Den Kirchen ist diese übermäßige Kommerzialisierung von Weihnachten eh ein Dorn im Auge - und nicht nur den Kirchen - mir auch!!! Da bleibt doch Weihnachten auf der Strecke!
Und wenn Weihnachten wirklich ein Fest der Liebe sein soll, dann kann man das Geschäftliche doch gut und gerne mit etwas "Sinnvoll-karitativ-Helfendem" verbinden.

(Mehr fällt mir jetzt grad nicht ein!)

Der einzige Haken an der Sache ist halt, dass die Stadt Eichstätt an einem solchen Markt auch nichts verdient! Allerdings engagieren sich die Leute ja nur dann, wenn die Stadt und andere sich dabei keine goldene Nase verdienen uns wenn's wirklich für einen guten Zweck ist!

Mit freundlichen Grüßen

 

Kopien dieser Site an:
Stadtverwaltung + Bürgermeister von Eichstätt, HwH Bischof Walter Mixa, Eichstätter Kurier

 

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