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Gebet der Christen

Vater unser im Himmel,
Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit. Amen.

Gebet der Moslems
(Al-Fatiha eröffnet den Koran als erste von 114 Koran-Suren.)

Im Namen Gottes (Allahs), des Allerbarmers, des Allbarmherzigen!
Lob und Preis sei Gott, dem Herrn aller Weltenbewohner, dem gnädigen Allerbarmer, der am Tage des Gerichtes herrscht. Dir allein wollen wir dienen, und zu dir allein flehen wir um Beistand. Führe uns den rechten Weg derer, welche sich Deiner Gnade freuen - und nicht den Pfad jener, über die du zürnst oder die in die Irre gehen! Amen.

 

 
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Jesus im Koran
Schmidt, Walter: Islam. Einführung in die Jüngste Weltreligion. 2. Aufl., München 1986, S.20-24

Der für Jesus (?) im Koran (?) verwendete Name ist "Isa". Rein statistisch gesehen erscheint Isa an 25 Stellen im Koran, davon sechzehnmal mit dem Zusatz: "ibn-Maryam", "Sohn Marias". An fünf weiteren Stellen steht zwar nicht der Eigenname Isa, jedoch sozusagen seine Amtsbezeichnung, nämlich "al-Masih", das ist "Messias". Vier dieser Stellen ergänzen noch "ibn-Maryam". Eine weitere Art des Hinweises auf Jesus lautet: "der Sohn Marias und seine Mutter".

Der auf einen strengen Monotheismus abzielende Islam verwirft natürlich die Gottessohnschaft Jesu. Allerdings wird Jesus als einer der hervorragendsten Propheten und Gesandten und als unmittelbar Mohammed (?) vorausgehender Gottesmann verehrt. Auffallend ist die starke Hervorhebung der Mutter Jesu im Koran, während Josef nicht einmal erwähnt wird. Noch auffallender ist die ausdrückliche Lehre von der jungfräulichen Empfängnis Jesu im Koran. Das Ereignis von Empfängnis und Geburt Jesu wird an zwei Stellen im Koran ausführlich beschrieben. An beiden Stellen findet sich außerdem noch die Verkündigung der Geburt Johannes' des Täufers, der unter dem Namen "Yahya" erscheint. In Sure 19, die übrigens die Überschrift "Maria" trägt, findet man im Anschluss an die Geburt Jesu noch einige Reden des Knaben Jesus, die höchstwahrscheinlich auf ein un-kanonisches Evangelium zurückgehen, das nicht ins Neue Testament aufgenommen wurde. Die Flucht nach Ägypten ist dem Koran nicht bekannt.

Jesus wird als "nabi" (Prophet) oder "rasul" (Gesandter) bezeichnet, wobei "rasul" höher steht als "nabi".
Die Haupttätigkeit Jesu nach dem Koran ist das Lehren und die Verkündigung des Evangeliums. Jesus wird als Heiliger und Gesandter hoch geachtet. Angeblich hat er im Evangelium auch das Kommen des Propheten Mohammed angekündigt.

Außerordentlich beachtenswert ist es, dass im ganzen Koran von keiner Sünde oder Verfehlung Jesu die Rede ist, eine Tatsache, die auch in der Tradition durchgehalten wird, in der sogar ausdrücklich die vollkommene Sündlosigkeit Jesu betont wird. Dies ist aus zwei Gründen höchst erstaunlich:

  1. Unter all den Sprüchen Jesu, die wir im Koran finden können, ist kein einziger, der auch in der Bibel (?) steht, was darauf schließen lässt, dass Mohammed Gewährsleute hatte, die entweder selber überzeugte Christen waren oder doch über das Christentum Bescheid wussten, jedoch keine schriftliche Vorlage (Bibel) benutzten.
  2. Durch die ausdrückliche Betonung der Sündlosigkeit Jesu wird dieser weit über Mohammed hinausgehoben. Jesus wird so zum wesentlich größeren Propheten. Es spricht für die große Ehrlichkeit Mohammeds in seiner Verkündigung, dass er sein Wissen über Jesus, in diesem besonderen Fall offen weitergibt und nicht verschweigt und auch sich selber nie als sündlos bezeichnet oder verehren lässt. Wo eine Sündlosigkeit Mohammeds behauptet wird, handelt es sich um legendäre Traditionen, die eindeutig im Widerspruch zur Verkündigung des Propheten selbst stehen.

Die Predigt Jesu wendet sich nach dem Koran ausschließlich an die Juden, das Volk Israel.
Offensichtlich bekannt war Mohammed auch, dass Jesus Jünger um sich gesammelt hatte. Viel mehr konnte Mohammed aber wohl nicht in Erfahrung bringen. Vielleicht hatte er auch kein Interesse daran. Jedenfalls treten die Jünger im Koran nur ganz allgemein auf; keiner wird besonders hervorgehoben.

Wiederholt ist auch die Rede von den "deutlichen Zeichen" oder auch "klaren Beweisen" Jesu. Darunter sind jedoch nur äußere Wunder-Zeichen. Was bleibt, ist auf jeden Fall die Leugnung des Kreuzestodes und damit zusammenhängend der Auferweckung. Es gibt deshalb nach Koran-Lehre für die Auferstehung nur zwei Möglichkeiten: entweder Jesus ist eines natürlichen Todes gestorben und wiedererweckt worden (wobei es noch die Abweichung gibt, dass er erst nach seiner Wiederkunft kurz vor dem Jüngsten Gericht sterben wird, um mit allen Gläubigen und Toten zum Gericht wieder auferweckt zu werden), oder dass er ohne Tod direkt in den Himmel aufgenommen worden ist und nun in der Nähe Gottes weilt. Der Meinung des Koran und damit Mohammeds entspricht wohl am ehesten die Vorstellung, dass Jesus jetzt mit Leib und Seele im Himmel weilt.

Überraschenderweise taucht im Koran auch eine Trinitäts-Vorstellung auf, wenn auch völlig verstümmelt. Die Dreieinigkeit besteht nämlich nach Mohammed nicht aus Gott Vater, Sohn und Heiligem Geist, sondern aus Gott, Jesus und Maria. Dabei handelt es sich nicht um eine bewusste oder unbewusste Fälschung Mohammeds. Das missverstandene mohammedsche Jesusbild scheint vielmehr ein ziemlich getreues Abbild des Missstandes der damaligen zerstrittenen Christenheit in Arabien zu sein.

Da das Verständnis der Trinität auch den Christen manche Schwierigkeit bereitet, ist es beinahe unausweichlich, dass Mohammed, der nie mit der offiziellen christlichen Lehre Bekanntschaft machte, mit der Dreieinigkeit nichts anfangen konnte. Zudem waren für Mohammed Jesus und Maria viel zu weit entfernt von Gott, als dass er sie hätte mit Gott zusammensehen können.

So steht z.B. in Sure 50,16 die Selbstaussage Gottes, dass er dem Menschen näher sei als die Halsschlagader. Dieser Gott ist nicht nur Schöpfer, er regiert auch die Gegenwart und Zukunft des Menschen und ebenso das Jenseits. Er ist der unerbittliche Weltenrichter. Diesem unheimlichen, allgewaltigen Gott noch irgend jemanden zur Seite stellen zu wollen, ist für Mohammed eine Unmöglichkeit, eine Gotteslästerung, wie es keine größere geben kann. Ein Gott, der alles, was geschieht oder nicht geschieht, bestimmt, zu dem alles hingeht, von dem alles ausgeht, der über alles richten wird, einem solchen Gott kann man einfach niemanden zur Seite stellen. Schon der Gedanke daran ist Sünde. Um die Unterschiede zwischen Islam und Christentum kenntlich zu machen, kann das apostolische Glaubensbekenntnis dienen.

Die im folgenden Wortlaut eingeklammerten Aussagen werden vom Koran radikal abgelehnt und zum Teil als eine schwere Versündigung an Gott angesehen.

    Ich glaube an Gott,
    (
    den Vater), den Allmächtigen,
    den Schöpfer des Himmels und der Erde,
    und an Jesus Christus,
    (
    seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn),
    empfangen durch den Heiligen Geist,
    geboren von der Jungfrau Maria,
    gelitten unter Pontius Pilatus,
    (
    gekreuzigt), gestorben (?) (und begraben),
    (
    hinabgestiegen in das Reich des Todes),
    (
    am dritten Tage auferstanden von den Toten),
    aufgefahren in den Himmel,
    (
    er sitzt zur Rechten Gottes),
    (
    des allmächtigen Vaters),
    von dort wird er kommen,
    (
    zu richten die Lebenden und die Toten).

    Ich glaube an den Heiligen Geist,
    (
    die heilige christliche Kirche),
    (
    Gemeinschaft der Heiligen),
    Vergebung der Sünden,
    Auferstehung der Toten
    und das ewige Leben.

Im Mittelalter wurde der Islam von manchen Theologen den christlichen Sekten zugerechnet. In den lutherischen Bekenntnisschriften des 16. Jahrhunderts werden deshalb mehrfach die "Mahumetisten" neben anderen christlichen Irrlehren genannt.
 


"Denn nach dem Koran ([Sure] 6,84) waren Adam, Noah, Lot, Abraham, Ismael, Isaak, Jakob, Joseph, Moses, Aaron, David, Salomo, Elias, Elisa, Hiob, Jona, Zacharias, Johannes und Jesus (?) alle Rechtschaffene, die den wahren Glauben hatten und die Lehre Mohammeds vorbereiteten." (Glasenapp, S.364).
"Er [Mohammed] lässt ihn [Jesus] ohne Zutun eines irdischen Vaters von Maria geboren werden ([Sure] 3,42 und 52). Sein [Jesu] ganzes Leben von Jugend an ist reich an Wundern, die er vollbracht hat ([Sure] 2,254). Er fand seinen Tod nicht durch Kreuzigung, die Juden haben vielmehr nicht ihn, sondern jemanden, der ihm ähnlich war, getötet; Gott hat ihn dann zu sich erhoben, und bei der allgemeinen Auferstehung der Toten wird er vor Gott als Zeuge für die Gläubigen auftreten ([Sure] 4,156 ff.). Der Prophet [erkannte] also die Größe Jesu durchaus an und würdigte ihn als einen seiner Vorgänger." (Glasenapp, S.377).

Glasenapp, Helmuth:
Die fünf Weltreligionen. Hinduismus, Buddhismus, Chinesischer Universismus, Christentum, Islam. München 2001, S.364-410.

Jesus außerhalb des Christentums (?)  ||  Engel (?)  

 

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